Hertha-Fans retten Eckkneipen

Er ist noch zu retten! Der Kugelblitz uffn Wedding in der Liebenwalder Straße 46.


Sport–
 PLUMPE Interview mit der Aktion Hertha-Kneipe.

Warum hat die Aktion so gut eingeschlagen – was waren die Voraussetzungen dafür?

Dafür waren wahrscheinlich mehrere Faktoren ausschlaggebend. Zum einen war das Zusammengehörigkeitsgefühl zu Beginn der Pandemie sehr stark. Jeder kannte Leute, die durch die Entwicklungen arbeitslos oder zumindest in Kurzarbeit geschickt wurden. Viele Läden mussten schließen – darunter eben auch die Lieblings(Hertha)kneipe. Der Wille zu helfen war sehr groß. Grundsätzlich muss man sagen, dass viele Fußballfans eine ausgeprägte soziale Ader haben. Darüber hinaus haben wir mit unserer virtuellen Kneipe einen Nerv getroffen. Die Leute saßen ununterbrochen zu Hause, waren oftmals isoliert. Und am Wochenende hat der Stadionbesuch mit Freunden, das Bier in der Kneipe gefehlt. Durch unsere Aktion kamen wir trotzdem zusammen, haben bekannte Freundschaften gepflegt und neue geschlossen.
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Karstadt-Pleite: Betriebe übernehmen statt schließen!

Thema– Mehr als 1000 Beschäftigte bei Galeria-Kaufhof und Karstadt in Berlin sind in Folge der Geschäftemacherei durch die Signa Holding, ihres Zeichens umtriebig auf dem Immobilienmarkt, in der aktuellen Krise von Entlassung bedroht.

Auch am Leopoldplatz sollte das Karstadt Warenhaus schließen. Der Berliner Senat entschied sich für einen Deal mit dem Multimilliardär René Benko (Signa Holding) durch eine Zahlung von 45 Millionen Euro um die bedrohten abgewirtschafteten Filialen zu erhalten. Vornehmlich ginge es darum, den «Handelsstandort Berlin» nicht weiter zu schwächen. Laut einem Beitrag des rbb plädiere Ramona Pop (Bündnis 90/Grüne) zusätzlich dafür, die Kaufhäuser moderner und attraktiver zu gestalten. Es müsse mit lokalen Akteuren zusammengearbeitet werden, um mehr «Erlebnis-Charakter» zu schaffen. Doch welche Alternativen bieten sich jenseits von Marktlogik und Verwertungszwang für die Beschäftigten, wenn mitten in der Wirtschaftskrise Arbeitsplätze durch die Geschäftsleitung rationalisiert oder Kurzarbeit verordnet werden?

Ein Interview mit Elmar Wigand, Pressesprecher der Aktion gegen Arbeitsunrecht e.V.. Diese organisierte am 20./21. Juni 2020 eine juristisch-politische Fachkonferenz zum Thema: «Worker’s Buy-Out: Betriebe übernehmen statt schließen!».

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Zwangsräumung in die Wohnungslosigkeit

Interview– Kein Ende des Mietenwahnsinn in Sicht.

Daniel, du wurdest im Februar 2020 aus deiner Wohnung zwangsgeräumt. Wie kam es dazu?

Nach 36 Jahren wurde ich aus meiner Mietwohnung in der Transvaalstr. 20 zwangsgeräumt. Seit 2004 waren die Öfen in der Wohnung kaputt, die Wasserstränge zu meiner Wohnung aus Blei und das Wasser dadurch kein Trinkwasser. Auf Anzeige dieser und weiterer Mängel hat der Vermieter D. Zunker nicht reagiert. Daher sah ich mich gezwungen die Miete zu reduzieren, was ich 2005 um 100 Prozent tat. Die Mietminderung wurde vom Eigentümer erst 2017 juristisch angegangen. Mit fragwürdigen Aussagen wurde Ende 2018 dann der Räumungstitel erwirkt. Wegen Falschaussage habe ich eine Strafanzeige gegen Zunker gestellt.

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Widerstand im Wedding – Nazis fiel es lange schwer, im Wedding Fuß zu fassen

Der 1. Mai 1930 in der Kösliner Straße im Wedding

Geschichte– Der 11. Februar 1927 sollte für die NSDAP eine erste Machtdemonstration in der «Reichshauptstadt» werden. Joseph Goebbels hatte sich für eine Kundgebung angekündigt. In den Pharussälen am Leopoldplatz, einem zentralen Versammlungsort der Berliner Arbeiter*innenbewegung, wollten die Faschisten aufmarschieren. Den Weddinger*innen ist es zu verdanken, dass die Veranstaltung letztlich kaum für die Propaganda der Nazis geeignet war. Statt einer Kundgebung und Machtdemonstration mitten im Herzen des Roten Weddings wurde den Faschisten ein proletarischer Platzverweis erteilt. Mit Stuhl- und Tischbeinen bewaffnet lieferten sich die Arbeiter*innen eine Saalschlacht mit der SA. In den umliegenden Straßen wurden Nazis verprügelt. Es sollte für geraume Zeit der letzte öffentliche Auftritt der SA im Wedding sein.
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