Leerstand zu Wohnraum

Anfang diesen Jahres hat die Mieter*inneninitative aus Wedding und Moabit „Mietenwahnsinn Nord“ eine Leerstandskampagne gestartet. Im Interview mit der PLUMPE Redaktion stellen sie die Kampagne vor. 

Ihr macht eine Kampagne zum Thema Leerstand, worum geht es euch dabei?

Das Ziel der Kampagne ist Leerstand und Zweckentfremdung im Norden Berlins zu beseitigen und in demokratische Kontrolle zu überführen. Es kann nicht sein, dass Wohnungen leer stehen oder über AirBnB vermietet werden, während es kaum noch bezahlbaren Wohnraum gibt. Das ist ein Skandal! „Leerstand zu Wohnraum“ weiterlesen

Proteste zum Vorkaufsrecht im Wedding: Viel gekämpft, etwas gewonnen

Thema– In diesem Sommer ging die Skjerven Group GmbH im Berliner Norden auf Einkaufstour. Das Unternehmen ist vor allem auf die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen spezialisiert und besitzt bundesweit mehrere tausend Wohnungen. Insgesamt 13 Gebäude landeten dieses Mal im Einkaufskorb, alle liegen in Milieuschutzgebieten.

Als die Bewohner*innen der von Skjerven gekauften Häuser von dem Kauf erfahren, organisieren sie sich und versuchen, den Bezirk zur Ausübung des Vorkaufsrechts zu bewegen. Es folgen mehrere Kundgebungen, ein offener Brief an die Berliner Politik und eine ganze Menge Öffentlichkeit.

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Zwangsräumung in die Wohnungslosigkeit

Interview– Kein Ende des Mietenwahnsinn in Sicht.

Daniel, du wurdest im Februar 2020 aus deiner Wohnung zwangsgeräumt. Wie kam es dazu?

Nach 36 Jahren wurde ich aus meiner Mietwohnung in der Transvaalstr. 20 zwangsgeräumt. Seit 2004 waren die Öfen in der Wohnung kaputt, die Wasserstränge zu meiner Wohnung aus Blei und das Wasser dadurch kein Trinkwasser. Auf Anzeige dieser und weiterer Mängel hat der Vermieter D. Zunker nicht reagiert. Daher sah ich mich gezwungen die Miete zu reduzieren, was ich 2005 um 100 Prozent tat. Die Mietminderung wurde vom Eigentümer erst 2017 juristisch angegangen. Mit fragwürdigen Aussagen wurde Ende 2018 dann der Räumungstitel erwirkt. Wegen Falschaussage habe ich eine Strafanzeige gegen Zunker gestellt.

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Die Kita «Rosa Marzipan» fliegt raus

Thema–Mit Transparenten versuchten die Kinder, Eltern und Erzieher*innen auf ihre Situation aufmerksam zu machen

Nach 43 Jahren wird nun auch die Kita «Rosa Marzipan» in der Putbusser Straße durch ihren Träger AWO geschlossen. Warum genau, weiß niemand so recht. Als Konsequenz müssen die Erzieher*innen sich neue Stellen suchen und die Eltern neue Kitaplätze – in einem Bezirk, der in diesem Bereich notorisch unterversorgt ist. In der ersten Ausgabe der Plumpe (Juni/18) berichteten wir bereits über den Fall der Kita in der Türkenstraße, welche ebenfalls verdrängt werden sollte.

Die Suche nach Erklärungen gestaltet sich schwierig: Am 4. Februar diesen Jahres geht ein Brief des gelegentlich gemeinnützigen Trägers AWO ein, in dem die baldige Schließung angekündigt wird. Als Grund wird angeführt, die Kita sei in schlechtem Zustand, zudem gebe es Schimmel an den Wänden und die Vermieter würden sich weigern, zu sanieren. Eine Schließung sei «alternativlos». Der Begriff der «Schimmelkita» macht die Runde.

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