Wer baut was im Wedding und für wen?

Ein scharfer Blick auf das Geschäft mit Wohnraum

Titelthema– Nun ist es auch in der Berliner Politik angekommen: In Berlin wird bezahlbarer Wohnraum dringend benötigt! Die vermeintliche Lösung lautet daher: Bauen! Bauen! Bauen! Dabei steht die Behauptung von Politik und Immobilienwirtschaft im Raum, dass das allen Menschen in der Stadt zugute komme, egal welche Art von Wohnungen gebaut werde. Aber stimmt diese Behauptung?

Dies wollen wir für den Wedding überprüfen und fragen uns: Was wird hier eigentlich von wem für wen gebaut? Sind die hier entstehenden Neubauten tatsächlich in der Lage, den Mangel an Wohnraum für Alleinerziehende, Auszubildende, Transferleistungsempfänger*innen (bspw. Hartz-4), Geflüchtete und andere zu decken?

Mit Hilfe der kiezkarte.org (selbst Einträge hinzufügen) wurden über 60 Neubauten im Wedding (Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen) aufgelistet, die in den letzten fünf Jahren fertiggestellt wurden oder im Bau sind. Davon waren 48 relevant für unsere Frage. Diese wollen wir uns nun genauer ansehen. Continue reading „Wer baut was im Wedding und für wen?“

«Ein Raum, in dem sie sein können, wie sie sind»

(Reginald Gammon, Freedom Now, 1963)

Themen/Interview – Each One Teach One (EOTO e.V.) ist ein Verein von und für Schwarze, Afrikanische und Afrodiasporische Menschen in der Togostraße 76. EOTO ist für seine Jugendarbeit bekannt. Miriam Chebaibai Koch arbeitet in diesem Bereich als Soziale Beraterin im Antidiskriminierungsprojekt Each One. Wie Schwarze junge Menschen bei EOTO e.V. ihre Handlungsfähigkeit im Wedding erweitern…

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Boxen unter Palmen

Interview – Vor sechs Jahren wurde der Weddinger Sportverein Roter Stern Berlin e.V. gegründet. Mittlerweile zählt der Verein rund 300 aktive Mitglieder und bietet verschiedene Sportarten an. Wir sprachen mit dem Boxtrainer Ole Mark über das dreiwöchige Trainingslager und Solidaritätscamp, welches diesen Sommer zum ersten mal auf Cuba stattfand.

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Vor 100 Jahren im Wedding

Broschürenvorstellung – In diesem Jahr jährte sich der Matrosenaufstand vom November 1918 zum 100. Mal. Am 9.11.1918 dankte der Kaiser ab, Karl Liebknecht rief in Berlin die Freie Sozialistische Republik aus. Das Gemetzel des I. Weltkriegs fand sein Ende. Auch im Wedding wurde im Vorfeld für «Frieden, Freiheit und Brot» mobil gemacht. Es waren hoffnungsvolle Tage. Wir präsentieren daher Auszüge aus der Anfang Januar in Berlin erscheinenden Broschüre: «Alle Macht den Räten» (Im Wedding erhältlich z.B. im Café Cralle oder Kiezhaus Agnes Reinhold)

Die zweite große Massenaktion der Arbeiter*innen gegen den Krieg und die sich verschärfende Lebensmittelversorgung erfolgte dann im April 1917. Der Winter 1916/1917 – auch bekannt als Kohlrübenwinter – hatte den Arbeiter*innen nochmal deutlich gezeigt wohin es geht. Continue reading „Vor 100 Jahren im Wedding“