Philippinischer Diktatorensohn wird neuer Präsident

Antifaschistische Filme mahnen vor Geschichtsrevisionismus und kollektivem Vergessen

Ein Gastbeitrag von ALPAS Pilipinas / Analie Gepulani Neiteler

Am 9. Mai 2022 wurde trotz großer oppositioneller Mühen auf den Philippinen sowie in der Diaspora leider das Tandem des Todes mit scheinbar überwältigender Mehrheit gewählt. Ausgerechnet der Diktatorensohn Ferdinand „Bongbong“ Marcos Junior gewann die Wahl und mit ihm steht an zweiter Stelle der Spitze nun Noch-Präsident Rodrigo Dutertes Tochter Sara Duterte, die zur Vizepräsidentin gewählt wurde.
Allein in Rodrigo Dutertes blutrünstigen, sogenannten „Drogen-Krieg“ wurden in seiner Amtszeit zwischen 8.600 und 30.000 Menschen getötet.

Nach der Zwangsräumung

25 Jahre lebte Daniel im Wedding, bis er Anfang 2020 aus seiner Wohnung zwangsgeräumt wurde. Wir sind seitdem regelmäßig mit ihm in Kontakt. Hier berichten wir, wie sich sein Leben seitdem verändert hat.

Ein Bericht vom Mieter*innennetzwerk »Mietenwahnsinn Nord«

Seit der Zwangsräumung vor über zwei Jahren wohnt Daniel nun in einem 8.5qm großen Zimmer in einer Wohnungslosenunterkunft in Schöneberg. Zwischen Tür, Bett und Tisch gibt es nur einen schmalen Durchgang. Die Möbel sind in die Jahre gekommen, die Räume sind renovierungsbedürftig und werden nur selten vom Heimbetreiber gereinigt. Die Toilette, Dusche, Küche und Waschmaschine werden von allen Hausbewohner:innen geteilt. Internet gibt es nicht.

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Kampf um den Kiez auf dem Rücken der Ärmsten

In der Müllerstraße hat ein neuer Drogenkonsumraum eröffnet, um Todesfälle durch Überdosierung zu verhindern. Die anwohnenden Bürger*innen fühlen sich bedroht und protestieren dagegen, denn aus ihrer Sicht steht die soziale Einrichtung einer Aufwertung der Nachbar*innenschaft im Weg

Ein Bericht von Stanislav Kowalski

Der neue Drogenkonsumraum (DKR) im afrikanischen Viertel ist der zweite Konsumraum in Mitte. Seit 2004 gibt es bereits einen DKR in der Birkenstraße in Moabit. Mit Drogenkonsumräumen soll verhindert werden, dass der Drogenkonsum in der Öffentlichkeit stattfindet, Drogenkonsument*innen bekommen dort kostenlos sauberes Spritzbesteck, was die Möglichkeit von Infektionen mit Krankheiten wie HIV und Hepatitis C in deutlich reduziert. Der Drogenkonsum findet unter medizinischer Aufsicht statt. Durch ein direktes Eingreifen können Todesfälle durch Überdosierung verhindert werden.

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86 m² Internationalismus

Knapp 100 Menschen feierten am 20. März 2022 die Eröffnung des Interbüros in der Genter Straße 60.
Ein Bericht vom Interbüro Wedding
Internationale Solidarität ist heute nötiger denn je, da die drängenden sozialen und ökologischen Probleme der Welt auch im 21. Jahrhundert weiter ungelöst bleiben. Was oft fehlt, sind Räume und Strukturen, in denen wir der Solidarität wieder mehr Leben einhauchen können. Das neu eröffnete InterBüro in der Genter Straße möchte genau hier ansetzen. Über das Projekt sollen dauerhafte Beziehungen zu fortschrittlichen Bewegungen, Organisationen und Menschen weltweit geknüpft werden. Dazu gehört für uns: Den Austausch durch internationale Brigaden zu stärken, Solidaritätsaktionen zu organisieren, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit zu leisten und damit eine Basis für einen zeitgemäßen Internationalismus aufzubauen. Die Idee zu dem Projekt wurde von den Gruppen Interbrigadas und Hände weg vom Wedding angestoßen, und nach fast einem Jahr Planungszeit nun tatsächlich verwirklicht: am 20. März 2022 fand die Eröffnungsfeier statt, bei der knapp 100 Menschen die frisch renovierten Räumlichkeiten des InterBüros bewundern konnten. Im Rahmen der Veranstaltung wurde das Projekt, sowie einige der daran beteiligten Gruppen vorgestellt: Interbrigadas mit den Projektbereichen Kuba und Andalusien, die Initiative Postkom sowie das Offene antifaschistische und antirassistische Netzwerk. Neben Austausch, Infos, Fotopräsentationen und dem Verkauf von Soliprodukten gab es auch eine Versteigerung eines Gemäldes des 2017 verstorbenen Künstler Freddy Filete. 

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