Helfen ist einfach!

Untragbar! Alltag im Wedding…

Thema–Ein Interview mit Leon von der Berliner Obdachlosenhilfe e.V.

Die 2013 von ehemals obdachlosen Menschen gegründete Berliner Obdachlosenhilfe hatte zu Beginn des Do-It-Yourself-Projekts noch keinen Raum. Sie trafen sich im Flur einer WG und es wurde zusammen gekocht. Das änderte sich im Laufe der Zeit und mittlerweile ist sie aus der Buttmannstraße in die Lynarstraße 38 gezogen, da sie dort neue Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen hat. Das Hilfsangebot sollte von Anfang an so niedrigschwellig wie möglich sein: «Zum einen für Helfer*innen und zum anderen für die Gäste. Alle Leute können zu uns kommen und sofort mithelfen», so Leon von der Berliner Obdachlosenhilfe. «Viele Leute kommen einfach nur zum quatschen vorbei und schmieren ein Brot.
Genauso ist es für unsere Gäste, wir fragen nicht nach, ob die Menschen obdachlos sind, welche Staatsangehörigkeit sie haben oder irgendetwas anderes.» Mittwochs, samstags und sonntags wird in der Lynarstraße gekocht und gegen 18:00 Uhr fahren sie dann zu unterschiedlichen Orten in Berlin und verteilen Essen und Kleidung. Dazu gehören der Leopoldplatz, Alexanderplatz, Kottbusser Tor und der Hansaplatz.

«Es geht darum, dass die Leute verstehen, dass Obdachlosigkeit und prekäre Lebenssituationen nicht einfach so passieren»

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Mit Charme und Schere – Gespräch mit einem der letzten Kiezfriseurläden im Wedding

Themen– «Kiezfriseur» prangt auf dem Ladenschild vom Salon Yasemin in der Maxstraße 6. Teslime K. hat den Laden vor knapp 33 Jahren übernommen und wurde später unterstützt von ihrem Sohn Bünyamin K. Der Familienbetrieb ist mittlerweile eine Rarität. Beide sind Meister ihres Fachs und die Plumpe hat von ihnen, als Nachbar*innen, eine paar persönliche Eindrücke gesammelt:
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Geschichten der Organisierung gegen große Immobilienkonzerne

Weddinger Protest gegen Mietenwahnsinn bei der Demonstration «Unsere Häuser, unsere Kieze. Gegen die Stadt der Reichen!» am 30. April 2019

Weddinger Mieter*innen wehren sich gegen Vonovia, Deutsche Wohnen, Akelius und Co.

Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen Vonovia kennen viele Weddinger*innen aus eigener leidvoller Erfahrung. Die an der Börse gehandelte Immobilien-Aktiengesellschaft verfügt im Berliner Norden, im Wedding und Reinickendorf, über große Wohnungsbestände. Die Vonovia ist bekannt für horrende und undurchsichtige Betriebskostenabrechnungen, lange Wartezeiten bei Belegeinsichten und flächendeckende Modernisierungen mit massiven Mietsteigerungen. Dieses Vorgehen ist kein Zufall, sondern in der profitorientierten Geschäftspolitik des Konzerns angelegt, weshalb Kritiker*innen auch vom «System Vonovia» sprechen.

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Wer baut was im Wedding und für wen?

Ein scharfer Blick auf das Geschäft mit Wohnraum

Titelthema– Nun ist es auch in der Berliner Politik angekommen: In Berlin wird bezahlbarer Wohnraum dringend benötigt! Die vermeintliche Lösung lautet daher: Bauen! Bauen! Bauen! Dabei steht die Behauptung von Politik und Immobilienwirtschaft im Raum, dass das allen Menschen in der Stadt zugute komme, egal welche Art von Wohnungen gebaut werde. Aber stimmt diese Behauptung?

Dies wollen wir für den Wedding überprüfen und fragen uns: Was wird hier eigentlich von wem für wen gebaut? Sind die hier entstehenden Neubauten tatsächlich in der Lage, den Mangel an Wohnraum für Alleinerziehende, Auszubildende, Transferleistungsempfänger*innen (bspw. Hartz-4), Geflüchtete und andere zu decken?

Mit Hilfe der kiezkarte.org (selbst Einträge hinzufügen) wurden über 60 Neubauten im Wedding (Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen) aufgelistet, die in den letzten fünf Jahren fertiggestellt wurden oder im Bau sind. Davon waren 48 relevant für unsere Frage. Diese wollen wir uns nun genauer ansehen. „Wer baut was im Wedding und für wen?“ weiterlesen