Kampf um den Kiez auf dem Rücken der Ärmsten

In der Müllerstraße hat ein neuer Drogenkonsumraum eröffnet, um Todesfälle durch Überdosierung zu verhindern. Die anwohnenden Bürger*innen fühlen sich bedroht und protestieren dagegen, denn aus ihrer Sicht steht die soziale Einrichtung einer Aufwertung der Nachbar*innenschaft im Weg

Ein Bericht von Stanislav Kowalski

Der neue Drogenkonsumraum (DKR) im afrikanischen Viertel ist der zweite Konsumraum in Mitte. Seit 2004 gibt es bereits einen DKR in der Birkenstraße in Moabit. Mit Drogenkonsumräumen soll verhindert werden, dass der Drogenkonsum in der Öffentlichkeit stattfindet, Drogenkonsument*innen bekommen dort kostenlos sauberes Spritzbesteck, was die Möglichkeit von Infektionen mit Krankheiten wie HIV und Hepatitis C in deutlich reduziert. Der Drogenkonsum findet unter medizinischer Aufsicht statt. Durch ein direktes Eingreifen können Todesfälle durch Überdosierung verhindert werden.

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86 m² Internationalismus

Knapp 100 Menschen feierten am 20. März 2022 die Eröffnung des Interbüros in der Genter Straße 60.
Ein Bericht vom Interbüro Wedding
Internationale Solidarität ist heute nötiger denn je, da die drängenden sozialen und ökologischen Probleme der Welt auch im 21. Jahrhundert weiter ungelöst bleiben. Was oft fehlt, sind Räume und Strukturen, in denen wir der Solidarität wieder mehr Leben einhauchen können. Das neu eröffnete InterBüro in der Genter Straße möchte genau hier ansetzen. Über das Projekt sollen dauerhafte Beziehungen zu fortschrittlichen Bewegungen, Organisationen und Menschen weltweit geknüpft werden. Dazu gehört für uns: Den Austausch durch internationale Brigaden zu stärken, Solidaritätsaktionen zu organisieren, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit zu leisten und damit eine Basis für einen zeitgemäßen Internationalismus aufzubauen. Die Idee zu dem Projekt wurde von den Gruppen Interbrigadas und Hände weg vom Wedding angestoßen, und nach fast einem Jahr Planungszeit nun tatsächlich verwirklicht: am 20. März 2022 fand die Eröffnungsfeier statt, bei der knapp 100 Menschen die frisch renovierten Räumlichkeiten des InterBüros bewundern konnten. Im Rahmen der Veranstaltung wurde das Projekt, sowie einige der daran beteiligten Gruppen vorgestellt: Interbrigadas mit den Projektbereichen Kuba und Andalusien, die Initiative Postkom sowie das Offene antifaschistische und antirassistische Netzwerk. Neben Austausch, Infos, Fotopräsentationen und dem Verkauf von Soliprodukten gab es auch eine Versteigerung eines Gemäldes des 2017 verstorbenen Künstler Freddy Filete. 

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Ausgabe 9 – Wedding hat gewählt

Die Wahlen zum Bundestag, Abgeordnetenhaus, Bezirksverordnetenversammlung und Volksentscheid „Deutsche Wohnen und Co enteignen!“ in Berlin und damit im Wedding sind nun schon ein paar Monate vorbei. Doch die Ergebnisse und Folgen werden jetzt erst nach und nach sichtbar und spürbar auch für uns im Wedding. Grund genug in der aktuellen Ausgabe der PLUMPE einen Blick zurück werfen und schauen, was uns die Wahlergebnisse (nicht) bringen werden.
Dazu stellt das Kiezteam Wedding der Initiative „Deutsche Wohnen und Co enteignen“ vor, wie es jetzt bei ihnen nach dem gewonnenen Volksentscheid weitergeht (Seite 4) und Fridays for Future Mitte zeigt uns, was wir bezüglich Klimaschutz von den neuen Regierungen erwarten können (Seite 5).  Die in der sozialen Arbeit gerade bei feministischen Texten zu befürchtenden Kürzungen, die sich bereits in den letzten beiden Corona-Jahren angekündigt haben werden auf Seite 6 beschrieben.
In unserer Rubrik Geschichte schauen wir diesmal auf die Vergangenheit des Freibad Plötzensee und die unter anderem dort vertretene Arbeitersportbewegung (Seite 8). In den weiteren Themen geht es diesmal um die fiesen Methoden der Blaczko-Hausverwaltung, rechte Aktivitäten von Querdenker*innen im Wedding und die Arbeitskämpfe bei den Fahrer*innen von Essenslieferanten. Und schließlich haben wir in unserem Kulturteil für euch eine Rezension von „Seltsame Sterne starren zur Erde“ der in Berlin lebenden Schriftstellerin Emine Sevgi Özdamar (Seite 14).
Wenn ihr uns eure Meinung zur neuen Plumpe schreiben wollt, Exemplare bestellen wollt oder eigene Artikel und Leserbriefe einbringen wollt dann meldet euch gern per Mail unter:
post(at)plumpe.online

Die komplette Ausgabe im PDF Format.

Der Druck dieser Ausgabe wird finaziert vom Netzwerk Selbsthilfe.

Logo Netzwerk Selbsthilfe

Abholen

In den Weddinger Kiezen gibt es einige offizielle Anlaufpunkte um euch euer Exemplar der PLUMPE zu sichern! Hier eine kleine Auflistung:

  • Café Cralle Frauen*kneipenkollektiv, Hochstädter Straße 10 A
  • Basta! Die Erwerbsloseninitiative, Schererstr. 8
  • Kommune65, Buttmannstraße 1a
  • Kiezhaus Agnes Reinhold, Afrikanische Str. 74

Jenseits davon findet ihr die aktuelle Ausgabe in dem ein oder anderen Café, Imbiss oder Spätkauf zwischen Amrumer Straße., Leopoldplatz, Nauener Platz, Badstraße und Brunnenviertel wieder, einfach die Augen offen halten! Wir senden euch auch gerne Exemplare zu!