Berliner Krankenfabriken – Krankgespart für ein gesundes Plus

Titelthema- Gesundheit kostet Geld! Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Gesundheitsversorgung – streng profitorientiert statt Grundrecht – eine Ware ist. Trotz der strengen organisatorischen Trennung der verschiedenen Bereiche des Gesundheitswesens herrscht auch hier ein täglicher Konkurrenzdruck auf Betriebe und Angestellte.

Natürlich sehnen wir uns nach einem schnellen, möglichst stressfreien, günstigen und erfolgreichen Ende der Behandlung: Gesund wollen wir schließlich werden und es am besten bleiben! Doch ob unter diesen Bedingungen die notwendige Pflege und Behandlung optimal und zufriedenstellend für uns Patient*innen organisiert werden kann, steht zur Debatte. Wenn selbst ein landeseigener Betrieb im Gesundheitsbereich, wie die Charité, vom Berliner Senat unter Sparzwang gesetzt wird, sollten wir aufhorchen und uns fragen, welcher Logik hier unsere Grundversorgung zum Opfer fällt und wer als Erste*r dadurch erkrankt.

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Mit Charme und Schere – Gespräch mit einem der letzten Kiezfriseurläden im Wedding

Themen– «Kiezfriseur» prangt auf dem Ladenschild vom Salon Yasemin in der Maxstraße 6. Teslime K. hat den Laden vor knapp 33 Jahren übernommen und wurde später unterstützt von ihrem Sohn Bünyamin K. Der Familienbetrieb ist mittlerweile eine Rarität. Beide sind Meister ihres Fachs und die Plumpe hat von ihnen, als Nachbar*innen, eine paar persönliche Eindrücke gesammelt:
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Unaufhaltsam – Die Herzlichkeit der Frauen als Waffe: Frauenperspektiven und Frauen*Streik 2019 in Bilbao

Bericht International– Der 8. März ist internationaler Frauen*kampftag. Während zu diesem Anlass die Form des politischen Streiks 2019 in Deutschland erstmals seit 1994 wieder in Betracht gezogen wurde, traf der Frauen*Streik 2018 in Spanien und im Baskenland (Euskal Herria) auf eine massenhafte Zustimmung. Auch 2019 waren wieder hunderttausende Frauen* auf den Straßen und an Aktionen beteiligt – Millionen weltweit. Die Plumpe Redaktion interviewte dazu eine Aktivistin aus Bilbao. Continue reading „Unaufhaltsam – Die Herzlichkeit der Frauen als Waffe: Frauenperspektiven und Frauen*Streik 2019 in Bilbao“

«Im Grunde wollen wir, dass übers Jahr jeder Tag zum 8. März wird» – Eine basisgewerkschaftliche Perspektive auf den feministischen Kampftag

Um fünf vor zwölf vor dem Jobcenter Leopoldplatz: #ichstreike8m

Titelthema – Mit Swantje, einer Gewerkschafterin der Basisgewerkschaft Freie Arbeiter*innen Union (FAU) sprachen wir über die Vorbereitungen zum diesjährigen 8. März und gewerkschaftliche Organisierung von Frauen*.

Gleich zu Beginn die große Frage: Was habt ihr denn ganz konkret am 8. März geplant?

Also wir haben am Tag selber eine Gastronomie-Tour geplant. Wir haben überlegt, was machen wir, wenn der 8. März jetzt ein Feiertag ist. Dann dachten wir, es gibt ja auch Leute, die am Feiertag arbeiten müssen. Ganz abgesehen von häuslicher Arbeit, die ja zusätzlich noch anfällt, weil die Schulen und Kitas geschlossen sind. Unter anderem ist das auch die Gastronomie, wo viele Leute, vor allem Frauen* und Migrant*innen gerade am Feiertag arbeiten müssen und wo zusätzlich die Arbeitsbedingungen ziemlich schlecht sind. Gleichzeitig sind dort wenige Menschen gewerkschaftlich organisiert. Viele Menschen wissen ja nicht mal, dass sie sich gewerkschaftlich organisieren können, auch wenn sie keinen festen Arbeitsvertrag haben oder keine Aufenthaltsgenehmigung. Oder, dass gewerkschaftliche Organisierung auch bei anderen Problemen am Arbeitsplatz hilft, wie etwa sexueller Belästigung. Unsere Idee ist, am 8. März in die Gastronomie-Betriebe reinzugehen und zu informieren. Nach dem 8. März gibt es dann nochmal eine Veranstaltung, wo es darum geht zu diskutieren, wie sich Kolleginnen und Kollegen, die in der Gastronomie arbeiten, auch organisieren können. Aber wir werden natürlich auch an den zwei großen Demos in Mitte und Lichtenberg teilnehmen.

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